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Mehr Bewegung im Alltag. Ein kleiner Trick hilft.

Dass Bewegung wichtig ist und uns gesund hält, wissen wir alle. Mehr Laufen, mehr Treppen steigen, weniger Sitzen – wir wissen, was man eigentlich machen müsste, um sich mehr zu bewegen. Tun, tun wir es oft trotzdem nicht. Warum fällt uns das nur so schwer? Warum gewinnt unser innerer Schweinehund so oft und frisst die guten Vorsätze einfach auf? Warum schaffen wir es nicht, uns einfach mehr zu bewegen?  

Die Antwort ist erschreckend einfach: weil wir so sind, wie wir sind.

Bewegung ist zwar enorm wichtig für uns, Bewegung ist aber nichts, worauf unser Körper von selber achtet und noch weniger unser Gehirn. Beides braucht Energie, die jahrhundertelang nur bedingt ausreichend zu Verfügung standen. Unser Gehirn braucht sehr viel davon und ist zu einem Sparfuchs geworden, der Energie spart wo er kann. Über Jahrhunderte wurde das Thema Energiesparen perfektioniert. Ein Ergebnis davon ist, dass viele unserer wiederkehrenden Handlungen automatisch ablaufen und zu Gewohnheiten werden. Das verbraucht weniger Energie. Vom morgendlichen Kaffee, über das Autofahren bis zum Zähneputzen. Früher musste man sich einfach viel bewegen, ob man wollte oder nicht. Bewegung war jahrhundertlang nichts, um das man sich aktiv kümmern musste – bis die drei großen Bewegungskiller auf der Bildfläche erschienen.  

#Screentime

TV, Computer, Smartphone oder Tablet, wir kleben vor dem Bildschirm

 

#(Auto) Mobilität

Passive Mobilität, die uns weite Strecke bequem zurücklegen lässt ohne unsere Körper zu aktivieren – Autos, Züge, Flugzeuge, Busse, Straßenbahnen…

 

#Convenience

Wir lieben es einfach und bequem zu leben. Wieviel Faulheit ist Convenience eigentlich?

  Diese drei Bewegungskiller haben eine zentrale Rolle in unserem Leben übernommen, es in vielen Bereichen enorm verbessert und wesentlich einfacher und schöner gemacht. Gleichzeitig haben sie etwas Grundlegendes verändert, was wir alle erst lernen und verinnerlichen müssen.

Wir müssen uns nicht mehr bewegen. Wir müssen uns bewegen wollen.

Genau das ist der Grund, warum es uns so schwerfällt, uns zu bewegen. „Aber zu wenig Bewegung kann man doch durch Sport kompensieren?!“ Das stimmt – aber nur zum Teil. Es gibt zum einen Studien, dass Sport nur bedingt unseren Bewegungsmangel kompensieren kann. Außerdem gibt es die vielen Millionen Menschen, die Sport nicht mögen, zu wenig Zeit haben oder denen das Wissen fehlt, was sie in ihrer speziellen Lage machen können. Oder einfach zu wenig Disziplin haben. Wie ich. Hier liegt der Hase im Pfeffer, würde meine Oma jetzt sagen. Denn Bewegung wollen zu müssen ist etwas ganz Anderes, als sich bewegen zu müssen, um etwas zu erreichen. Die Motivation kommt plötzlich nicht mehr von außen, sondern muss von innen kommen. Denn das mit dem Wollen ist so ein Ding – unsere Willenskraft ist endlich. Das haben Studien belegt und wegen dieser fehlenden Willenskraft gelingt es uns sehr oft nicht, unsere Gewohnheiten zu ändern.

Wie aber bringen wir unseren Kopf dazu, etwas zu wollen?

Ehrlich gesagt: gar nicht. Es gibt aber einen Trick! Wir können unseren Kopf überlisten und umprogrammieren. Das geht, indem wir den Ablauf, die Routine, unserer Gewohnheiten ändern. Das ist ebenfalls nicht einfach, aber einfacher als der Versuch es mit purer Willenskraft zu schaffen. Das beste, man muss nicht denken oder wollen, sondern tun. Gewohnheiten kann man ändern. Am einfachsten klappt es, wenn man den Weg zum Ziel, ändert und nicht das Ziel. Paul und Paula haben beide beschlossen, sich mehr mehr zu bewegen. Lies selbst, was passiert ist. Paul fährt jeden morgen mit dem Bus zu Arbeit. Um mehr Bewegung in sein Leben zu bringen hat er beschlossen, ab jetzt jeden Tag eine Haltestelle eher aus- und einzusteigen. Das bringt ihm pro Haltestelle 500 Schritte mehr, am Tag sind es 1.000 Schritte. In der Woche 5.000 Schritte, d.h. 20.000 Schritte im Monat, die er sonst nicht machen würde und das bei nur einer Haltestelle! Am Montag regnet es und er fährt bis zur letzten Haltestelle und steigt abends dort gleich wieder ein. Am Dienstag hat er ganz früh ein Meeting und muss dafür noch etwas vorbereiten, nachmittags regnet es und er muss schnell zum Elternabend in der Schule. Mittwoch hat er seinen guten Vorsatz vergessen. Am Donnerstag denkt er beim Einsteigen kurz daran, aber da er es die letzten Tage nicht gemacht hat, bleibt er dabei und nimmt es sich für die nächste Woche vor. Freitag freut er sich auf Montag. Montag regnet es. Am Ende des Monats hat Paul keinen Extraschritt gemacht. Paula hatte mit ihrer Plan etwas mehr Glück. Paula hat auch beschlossen auf dem Weg zur Arbeit eine Bushaltestelle eher auszusteigen. Auch bei ihr wären es 20.000 Schritte mehr im Monat und das findet sie großartig. Ihr reichen aber erst einmal 4.000 Schritte, weil sie beschließt, nur einmal die Woche eher auszusteigen. Dafür setzt sie sich ein Ziel. Die nächsten drei Monate einmal die Woche eine Haltestelle eher ein- bzw. aussteigen. Zusammen sind das 12.000 Schritte mehr, die sie sonst nie gemacht hätte. Montag regnet es und sie bleibt sitzen. Dienstag hat sie ein wichtiges Meeting und muss nachmittags schnell zu einem Termin im Kindergarten. Da der Bus nicht im Stau steckt wie sonst, weil sie etwas früher ist als sonst, steigt sie eine Haltestelle eher aus und läuft 700 Schritte extra zu ihrem Termin. Mittwoch vergisst sie ihren Vorsatz, freut sich aber, dass sie Dienstag an einer anderen Stelle daran gedacht hat und die Hälfte ihres Vorsatzes bereits erfüllt ist. Donnerstag steigt sie wie geplant eine Haltestelle eher aus, fährt aber nachmittags direkt zurück. Freitag freut sie sich, dass sie ihren Vorsatz bereits erfüllt hat und steigt zusätzlich abends eine Haltestelle später ein. Am Ende der Woche hat Paula 1.700 Schritte extra gemacht, am Ende des Monats hat sie es geschafft regelmäßig 2.000 Schritte extra zu machen uns ist dabei nicht nur 3 Monate, sondern dauerhaft geblieben.

Jack’s Learnings

Heute muss man Bewegung aktiv wollen.

Bewegung fängt im Kopf an.

Jeder kann sich mehr bewegen.

Um sich mehr zu bewegen, müssen wir nach Wegen suchen, die es uns leicht machen mehr Bewegung in den Alltag zu bringen.

Kleine, flexible Ziele sind effektiver als große, verbindliche.

Jeder Schritt zählt.

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